"Sie sprühen wieder" Visuelle Evidenzen in der Chemtrail-Verschwörungstheorie

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Welche Rolle spielen Bilder, Fotografien und andere visuelle "Evidenzen" in der Verbreitung von Verschwörungserzählungen? Die Medienwissenschaftlerin Anne Braune-Vásquez analysiert anhand der Verbreitung von Bildern vermeintlicher Chemtrails welche Funktionen "fotografische Beweise" in der Manifestation von Verschwörungsdenken einnehmen.

In dem im Journal des Film- und Medienwisschenschaftlichen Kolloquium (ffk-Journal) erschienen Artikel beleuchtet die Autorin Anne Braune-Vásquez die Rolle von Bildern in der Verbreitung und Verfestigung von Verschwörungserzählungen. 
Alltägliche Kondensstreifen werden zu `Beweisen´ einer weltweiten Verschwörung, aber wie funktioniert diese visuelle Überzeugungsarbeit? Die qualitative Inhaltsanalyse von Chemtrail-Posts in Telegram-Gruppen über ein Jahr zeigt, dass Anhänger*innen die der Fotografie zugeschriebene Indexikalität strategisch nutzen, als Evidenz-Legitimation für ihre bildbasierte Verschwörungstheorie. Durch bewusste Amateur-Ästhetik und Unbearbeitetheit suggerieren sie Authentizität und transformieren meteorologische Normalphänomene zu Bedrohungsszenarien. Das zentrale Ergebnis: Die kontinuierliche Bildproduktion dient weniger der Außenüberzeugung als der rituellen Selbstbestätigung innerhalb digitaler Echokammern und perpetuiert den Verschwörungsglauben durch eine selbstverstärkende visuelle Beweisdynamik.