Forschungsbericht: Souveränismus und Anti-Authority Extremism in Deutschland und Kanada. Eine vergleichende Analyse für ein tieferes Verständnis der fluiden Bewegung.

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Der im Rahmen des Projekts PreP-Ex (Preparing Practitioners for the Rising Threat of Anti-Authority Extremism) entstandene Forschungsbericht untersucht Souveränismus und Anti-Authority Extremism in zwei nationalen Kontexten: Kanada und Deutschland. Zwischen 2023 und 2025 analysierten die deutsche Organisation modus|zad und die kanadische Organization for the Prevention of Violence (OPV) souveränistische und anti-authority Bewegungen. Die Ergebnisse basieren auf Interviews mit Expert*innen für Souveränismus und Anti-Authority Extremism sowie mit Anhänger*innen entsprechender Überzeugungen. Ergänzt wurde dieses Vorgehen durch eine Analyse einschlägiger Social-Media-Accounts sowie eine Umfrage unter Personen aus dem sozialen Umfeld der Anhänger*innen.

Trotz unterschiedlicher historischer und juristischer Rahmenbedingungen eint die souveränistische und anti-authority Bewegung in Kanada und Deutschland ein zentraler Kern: die Ablehnung staatlicher Legitimität und bestehender staatlicher Strukturen. Der Bericht zeigt, dass beide Bewegungen auf einem gemeinsamen ideologischen Kern beruhen und als miteinander verbundene Ausdrucksformen eines übergeordneten transnationalen Phänomens verstanden werden sollten. Dabei wurden zentrale Merkmale identifiziert, die das länderübergreifende Phänomen charakterisieren. Der Bericht zeichnet ein umfassendes Bild der Landschaft und Dynamiken von Gruppen und Bewegungen, die souveränistische und anti-authority Haltungen vertreten. Er beleuchtet die ideologischen Grundlagen, analysiert prägende Narrative sowie deren Schnittstellen zu anderen Strömungen. Zudem geht der Bericht möglichen individuellen Beweggründen für die Hinwendung zu diesen Ideologien nach – ebenso wie Faktoren, die eine Distanzierung erschweren oder erleichtern können. Es werden die Risiken und Bedrohungen thematisiert, die von diesen Bewegungen für die Gesellschaft, das persönliche Umfeld sowie für die Anhänger*innen selbst ausgehen.