Die Untersuchungen zeigen, dass insbesondere die Themen Wahlmanipulation, Briefwahl und angebliche Fremdsteuerung politischer Akteure genutzt wurden, um systematisch Misstrauen gegenüber demokratischen Prozessen zu schüren. Politiker:innen wie Olaf Scholz, Robert Habeck und Friedrich Merz wurden dabei häufig Ziel von gezielten Falschinformationen und verschwörungsideologischen Zuschreibungen, etwa im Kontext des „Deep State“ oder angeblicher Geheimbünde. Methodisch basiert die Studie auf computergestützter Datenerhebung, Inhaltsanalyse und netzwerkanalytischen Verfahren zur Rekonstruktion digitaler Erzählmuster. Besonders auffällig war die Bewerbung vermeintlich unabhängiger Wahlbeobachtungsinitiativen, die unter dem Deckmantel bürgerschaftlicher Kontrolle Desinformation verbreiteten und demokratische Institutionen delegitimierten. Die Studie zeigt auf, dass organisierte Desinformationskampagnen ein erhebliches Risiko für die Integrität demokratischer Wahlen darstellen und gezielte Aufklärung dringend notwendig ist.
Der Fabulant Laborbericht - Die Bundestagswahl im Rabbit Hole
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Der Laborbericht „Die Bundestagswahl im Rabbit Hole“ wurde im Februar 2025 vom Projekt "Der Fabulant", das von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen von modus|zad betrieben wird, veröffentlicht. Die Studie analysiert, wie verschwörungsideologische Akteure im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 auf Telegram gezielt Desinformation und demokratiefeindliche Narrative verbreiteten. Datengrundlage bildet ein qualitativ und quantitativ ausgewertetes Social-Media-Monitoring von rund 1,8 Millionen Nachrichten aus 1.722 Telegram-Kanälen im Zeitraum von November 2024 bis Januar 2025.
